
„Kolonialwarenhandlung Jakob Falkenbach“ heißt es auf dem geschwungenen Schriftzug am Eingang des Hauses. Ein Zigarettenautomat befindet sich rechts neben der Tür. Drei Treppenstufen und schon stehen die Eisenbacher Kunden im Geschäft in der Mühlstraße. Es gehört – wie es der Name schon sagt – Jakob Falkenbach, von allen nur „Pfeiferch“ oder „Pfeifers Job“ genannt. Er eröffnet es wahrscheinlich in den Kriegsjahren, ab 1944/1945 wird es von Johanna Weilmünster geführt.
Das Sortiment ist groß, auch Produkte aus den ehemaligen deutschen Kolonien sind darunter: Mehl, Zucker, Salz, Gewürze, Nudeln, Gries und Haferflocken befinden sich lose in großen Säcken, werden abgewogen und in Papiertüten verpackt. So auch die süßen, klebrigen Bonbons, die jedes Kinderherz erfreut. In Metallkanistern stehen Essig und Öl. Dinge des täglichen Bedarfs, wie Butter, Margarine, Hülsenfrüchte, Backzutaten, Waschmittel (Seifenflocken) oder Kernseife im 3er-Block sind bereits abgepackt. Luxusgüter wie Kakao, Schokolade und „Linde’s Kaffee“, ein beliebtes Getränk in den 1950er-Jahren, können ebenso gekauft werden.

Die Kunden können sich Käse und Salami von einem großen Stück abschneiden lassen und aus dem Angebot an Obst und Gemüse wählen.
Salzheringe (stückweise), eingelegte Hering oder Bratheringe finden sich ebenso im Sortiment – wie auch Streichhölzer, Glühbirnen oder Schreibwaren (Hefte, Blei- und Buntstifte). Hier können sich also auch die Schulkinder eindecken.

Ab den 1950er-Jahren kommen Babyartikel, wie Schnuller, dazu. Vor der Schließung des Geschäfts (Mitte der 1960er-Jahre) gibt es noch Zigaretten zu kaufen.
Nach der Geschäftsaufgabe arbeitet Johanna Weilmünster als Verkäuferin in der Bäckereifiliale von Josef Stahl (Oberselters) in der Grabenstraße und als Servicekraft beim Restaurant Walkmühle in Walsdorf.
Quellen:
Erinnerungen von Rita und Rolf Hartmann



