Es begann auf einer Gemarkungsfahrt, ausgerichtet von den Kirmesburschen 84, die ihren Gästen die Gemarkung auf Traktoranhängern „erfahrbar“ machten und an markanten Punkten Erläuterungen gaben, kleine Geschichten erzählten und die Flurnahmen erklärten, die von der Jagdgenossenschaft oft auch auf Schildern ausgewiesen sind.

Am Graf- Hannesse- Tisch konnte sich aber ein Mitfahrer, M. Kaiser, nicht damit anfreunden, dass der Brocken faulen Felses, der an der bezeichneten Stelle lag, wirklich das genannte Naturdenkmal sei. Sollten die Kindheitserinnerungen so sehr trügen?

Schnell war man sich einig und St. Hartmann, Andy Gattinger und Mi. Kaiser trafen sich einige Zeit später, um die Sachlage noch einmal zu besprechen.

Der Graf- Hanse- Tisch war also seit längerer Zeit verschollen, es gab aber Hinweise darauf, wo er denn hingekommen sein könnte. Mit Hilfe von Landwirt Daniel Göbel und Benjamin Zabel von der Gemeindeverwaltung wurde der Stein dann tatsächlich lokalisiert, jetzt galt es noch einen geeigneten Ort zu finden, an dem er würdig platziert werden konnte. Der Blick über die Felder auf den Ort sollte frei sein und er möge auch nicht zu nah am Weg liegen, ein guter Ort zum Verweilen sollte entstehen.

Hintere Reihe: Peter Schnierer, Stephan Hartmann, Daniel Göbel. Vordere Reihe: Andreas Gattinger, Michael Kaiser, Frank Zabel.

Ein solcher Platz wurde dann von Peter Schnierer, der auch zur Gruppe gestoßen war, vorgeschlagen und zur Verfügung gestellt. Daniel Göbel brachte den Findling schließlich mit schwerem Gerät an seinen neuen Platz. Auf das Aufstellen eines Papierkorbs wurde bewusst verzichtet. Jetzt fehlten noch die Bänke, aus gutem Holz sollten sie sein- kein Problem, nach einem Gespräch mit dem Förster Frank Zabel wurden sie von den Männern um B. Eisenbach im Handumdrehen angefertigt und aufgestellt.

Ein paar Stufen wurden noch in die Böschung angelegt, die das Begehen der Anlage in Eigenverantwortung erleichtern sollen.

Entstanden ist so eine wunderschöne Anlage mit Blick über die Gemarkung, ermöglicht durch das Engagement und den Bürgersinn der Beteiligten. Dank an alle, aber besonders an Peter, der seinen Grund zur Verfügung gestellt hat.

Die Sage vom Graf-Hanse-Tisch

Graf Johann von Eichelbach, so erzählen die Alten aus Eisenbach, war ein sehr strenger Herrscher. Obwohl nicht alleiniger Besitzer von Eisenbach (Er teilte sich die Gemarkung Eisenbach noch mit Kur-Trier und Nassau), zwang er alle Eisenbacher Bürger, ihm im Felde zu Helfen. Einst, an einem sehr heißen Sommertag saß er auf seinem Stuhl am Mittagtisch, bereit zum Mahl. Anstatt seine fronenden Untertannen zum Mittagessen zu entlassen, befahl er streng die Weiterarbeit. Sein üppiges Mahl war auf einem tonnenschweren Findling ausgebreitet und die Mahlzeit des Grafen sollte beginnen. Beim ersten Ton der Eisenbacher Kirchenglocke begann jedoch der Stein sich zu drehen, sodass Graf Johann sein Essen nicht mehr erreichen konnte.

Verblüfft trug er seinen Stuhl weiter und wollte erneut Platz nehmen. Abermals drehte sich der Stein, den sonst keine Dutzend Männer gedreht hätten. Als auch der dritte Versuch, seine Mahlzeit verzehren zu können, missling, ging dem gestrengen Herrn doch die Augen auf. Reumütig entließ er die hungernden Frauen und Männer in ihre Behausungen.

Diese kleine Begebenheit machte alsbald die Runde im Goldenen Grund. Der Graf nahm es als Fingerzeig des Himmels und besserte sich von Stunde an. Der Findling, der dem Herrn Graf damals als Tisch diente, konnte noch bis in die heutige Zeit gezeigt werden. Er heißt: „Graf Hanse Tisch“.

Stephan Hartmann und Michael Kaiser

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