Die Vogel- und Naturschutzgruppe Eisenbach wurde am 22. April 1988 im Vereinsheim des Schützenvereins „Roland“ gegründet. Anwesend waren 22 Personen,  darunter als Unterstützer und Ratgeber der bekannte Ornithologe  Forstdirektor Ganse aus Kirberg sowie der damalige Bürgermeister Dr. Norbert Zabel, weitere Vertreter der Kommunalpolitik und die Nassauische Presse.

Von den 18 Gründungsmitgliedern sind lediglich 2 Personen ausgeschieden, alle übrigen hielten dem jungen Verein die Treue. Die Gründung erfolgte noch unter dem Namen DBV, Deutscher Bund Vogelschutz. Erst nach der politischen Wende wurden die ost- und westdeutschen Naturschutzverbände unter dem neugegründeten NABU Naturschutzbund Deutschland zusammengeführt; eine Ausnahme bildet das Bundesland Bayern, hier sind die Naturschützer unter dem Namen LBV Landesbund Vogelschutz Bayern tätig.

1988 ist zwar das Gründungsdatum der Eisenbacher Vogelschützer, aber bereits etwa 10 Jahre vorher haben sich der heutige Vorstand und andere Naturliebhaber für den Vogel- und Naturschutz eingesetzt, mit eigenen finanziellen Mitteln zum Beispiel 120 Nistkästen rund um Eisenbach aufgehängt und betreut. Nachdem festzustellen war, daß in dem Gemeindeetat nicht unwesentliche Beträge für den Naturschutz ausgewiesen waren, diese aber offensichtlich nicht zweckgebunden verwendet wurden, stellte die Interessengruppe Anträge auf finanzielle Unterstützung. Seitens des Gemeindevorstandes wurde hierfür zur Bedingung gemacht,  daß offiziell ein Verein zu gründen ist und man somit die Basis für Zuwendungen durch die Gemeinde hat. 

1990 pflanzte die Jugendgruppe mit dem Vorsitzenden Waldemar Högen (rechts) 20 Hochstamm-Bäume

Das Bemühen des neugewählten Vorstandes und der Mitglieder konzentrierte sich zunächst darauf, den Mitgliederstand zu vergrößern, eine finanzielle Grundlage zu schaffen und Räumlichkeiten für die Herstellung und Lagerung von beispielsweise Nistkästen, Informationsmaterialien, Exponaten für Ausstellungen und Werkzeugen zu erhalten. Die Gemeindegremien stellten hierfür einen Teil der Kellerräume in der alten Schule kostenlos zur Verfügung; hier werden Informationsmaterialien, Nistkästen und eine umfangreiche Sammlung von Vogelnestern mit den dazugehörigen Eiern gelagert und  konnte eine kleine Werkstatt für Reparaturen und Bastelarbeiten etabliert werden.

Vogelstimmenwanderung 2009 – Hof zu Hausen

Die anfangs relativ kleine  Gruppe, welche inzwischen auch den Status „Eingetragener Verein“ erhalten hat, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem verhältnismäßig stattlichen Verein mit rund 50 Mitgliedern und durch den Zuwachs neuer Mitglieder konnte  auch eine gewisse Verjüngung der Altersstruktur erreicht werden. Bedauerlich, daß, wie in ähnlich gelagerten Vereinen, von einer anfangs starken Jugendgruppe nur einige wenige als Aktivposten erhalten blieben. 

Vogelstimmenwanderung 2014 unter der Führung von Egon Schwan (vorne Mitte)

Um der Natur einige Flächen zu erhalten, wurden von der Gemeinde landwirtschaftlich ungenutzte Areale gepachtet. So wurde  auf dem Gelände zwischen Georgsgraben und Grillhütte eine Streuobstwiese mit rund 60 Apfel-, Birnen- und Kirschbäumen angelegt und darauf geachtet, daß alte Hochstamm-Apfelsorten wie Grafensteiner, Goldparmäne, Boskoop, Kaiser Wilhelm und Schafsnase geerntet werden können.

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte ist der Erwerb des als „Malerhäuschen“  in Eisenbach bekannte Anwesen der Familie Arndt gemeinsam mit den örtlichen Kleintier- und Kaninchenzüchtern mit Unterstützung der Gemeinde im Jahre 2010.   Aus dem sehr renovierungsbedürftigen Gebäude ist in Eigenleistung mit erheblichen finanziellen Mitteln  und aufwendigen baulichen Veränderungen inzwischen ein wahres Schmuckstück geworden, das bei diversen Veranstaltungen von den Bürgern immer wieder gerne besucht wird.

Anläßlich des 30-jährigen Bestehens im Jahre 2019 erhielten Waldemar Högen, Helmut Kaiser und Egon Schwan für ununterbrochene Vorstandsarbeit vom NABU Landesverband Hessen die Ehrennadel in Silber. 

Rotmilan über Eisenbach

Die Treuenadel für 30-jährige Mitgliedschaft wurden den Mitgliedern Andreas Högen, Daniel Otto, Gerd Gautsch, Josef Reichwein, Adalbert Kaiser, Dagmar Stahl, Bernd Köhler, Waldemar Högen, Stefanie Köhler, Helmut Kaiser, Christel Schwan und Egon Schwan verliehen.

Die Eisenbacher NABU-Ortsgruppe hat sich in der Kreisorganisation eine gewisse Reputation durch die langjährige Praxis erworben und steht aufgrund seiner Erfahrung auch überörtlich gerne den Naturfreunden zur Verfügung.

Als Hauptaktivitäten der NABU-Gruppe sind zu erwähnen:

  • Sich jährlich wiederholender Obstbaumrückschnitt und Mahd  der Streuobstwiese, somit Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben
  • Betreuung von ca. 250 Nistkästen für Höhlenbrüter (Meisen, Kleiber, Trauerschnäpper, Stare, Hohltauben, Wasseramseln  etc). Besonders erwähnenswert ist hier die Anbringung von Steinkauzröhren, welche die erfolgreiche Ansiedlung dieser seltenen Vögel zur Folge hatten. Eine Kontrolle durch  Beringung der Jungvögel
  • Jährliche Durchführung von Vogelstimmenwanderungen mit Dokumentation der festgestellten Arten
  • Mitarbeit im Kreisvorstand und in der Arbeitsgruppe Ornithologie im Kreis Limburg/Weilburg
  • Dokumentation aller Vogelbeobachtungen nach Dekaden für die staatliche Vogelschutzwarte Frankfurt
  • Aktivitäten mit Kindergarten und Schule
  • Dokumentation der jährlichen Kranichzüge für die Naturschutzverbände
  • Kartierungen bedrohter Vogelarten
  • Jährliche  Aufstellung eines Amphibienschutzzaunes, Einsammeln und Dokumentation

In der Natur und deren Schutz gibt es in der Folge des Klimawandels immer mehr zu tun und die NABU Ortsgruppe Eisenbach würde sich über weitere Mitstreiter sehr freuen.    

9/2019 E.Sch.

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