Club der Theaterfreunde

Gründungsjahre Als die deprimierende Inflationszeit am Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts vorüber war, versammelten sich am 1. Januar 1925 im Gasthaus Bös in Eisenbach 29 junge Männer, um den "Club der Theaterfreunde Eisenbach" zu gründen. Ihre Namen lauteten wie folgt:Franz Bäcker, Josef Böcher, Wilhelm Böcher I, Wilhelm Böcher II, Jakob Bös, Josef Bös, Willi Brück, Heinrich Dorn, Josef Erwe, Franz Falkenbach, Franz Haber, Franz Hartmann, Heinrich Hartmann, Wilhelm Hartmann I, Wilhelm Hartmann II,...
Würzwisch

Der „Würzwisch“

Am Fest Mariä Himmelfahrt (15. August) wird ein Kräuterstrauß mit in die Kirche genommen und dort gesegnet. Der „Würzwisch" wird während des ganzen Jahres zuhause aufbewahrt und in jedem Jahr durch einen neuen ersetzt. Er besteht hauptsächlich aus Heilkräutern, aber auch aus anderen „nützlichen" Pflanzen, die in keinem Haus­halt fehlen sollten, vor allem Getreide.   Laut Wikipedia stellt die Kräuterweihe eine Symbolhandlung dar, in der die Kräfte der Natur mit Gottes Hilfe für den Menschen...
Hof zu Hausen Eisenbach Taunus

Die Geschichte des Hofes zu Hausen

Der Hof zu Hausen, auch „Häuser Hof“ genannt, liegt abseits der Landstraßen im Osten der Eisenbacher Gemarkung am Hauser Bach, eingebettet in einem stillen Tal des „Goldenen Grundes“. Der folgende Beitrag soll einen Überblick über seine mehr als 700jährige Geschichte vermitteln. Der Hof zu Hausen und das Kloster Gnadenthal (1275 bzw. 1281 bis 1648) Das Zisterzienserinnen-Kloster Gnadenthal („Vallis gratiae“) im „Kirchspiel“ Dauborn, das um 1230 gegründet worden war und seit 1246...

Die Einweihung des Kriegerdenkmals in Eisenbach

Eine Satire nach wahren Begebenheiten Von Dr. Bernd A. Weil Frieder war ein verrückter, aber liebenswerter Kerl. Immer wieder war er mit seinem "Moped" unterwegs, das heißt, er besaß weder ein Moped noch einen Führerschein, aber er verstand es wie kein anderer, sämtliche Geräusche eines solchen Gefährts täuschend echt zu imitieren. Ob beim Anlassen oder Gas geben, ob bei Fehlzündungen, beim Bremsen oder Abwürgen des Motors, Frieder konnte wie der Pantomime eine Luftgitarre alle Töne perfekt zum Besten geben....

Die historische und politische Entwicklung Eisenbachs von 1848 bis 1945

Von Dr. Bernd A. Weil Eisenbach von 1848 bis 1914 1848 gehörte die Gemeinde Eisenbach zum herzoglich-nassauischen Amt Idstein. Die Unterlagen aus dem Jahre 1841 geben die Bevölkerungs- und Wohnverhältnisse relativ detailliert wieder: Gemarkungsfläche 4.531 Morgen (= 1.132,75 Hektar), Anzahl der Wohnhäuser 213, Einwohnerzahl 1.196, davon 1.165 Katholiken, 11 Protestanten und 20 Juden. Im Durchschnitt lebten also etwa 6 Personen in einem Haushalt. Die häufigsten Berufsbezeichnungen im 19. Jahrhundert...

Die Geschichte der Eisenbacher Jagd seit 1928

Karl Ricker pachtete 1928 einen Teil der Eisenbacher Jagd. Den Revierteil Haag bejagten bis 1945 Anton Gattinger, Gastwirt aus Eisenbach, und Alfons Steinebach, ebenfalls aus Eisenbach. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten...
Alfons Steinebach

Alfons Steinebach

Alfons Steinebach war in Jägerkreisen durch seine angenehme Lebensart ein gerngesehener Jagdkamerad. Auf Treibjagden war er bekannt als hervorragender Schütze, was dazu führte, dass er auf vielen Treibjagden eingeladen wurde. Auch war er ein gern gesehener Jagdgast bei Herrn Apotheker Herbert im Hof zu Hausen. Davon konnte der Revierförster von Hof zu Hausen Johannes Kaiser von herrlichen Jagderlebnissen und fröhlichen Schüsseltreiben berichten. In den fünfziger Jahren war ich mit Karl Ricker oft zur Treibjagd in Niederbrechen eingeladen....
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„Es ist dies gewiss ein Beweis für die Beliebtheit, deren sich der Führer erfreut“

Das Zitat in der Überschrift würde heute bei den meisten Menschen für Irritation sorgen, ist jedoch in dem vorliegenden Zusammenhang unverdächtig. Es stammt aus dem Vorwort eines kleinen Büchleins von 1909 mit dem Titel "Offizieller Führer durch den Taunus" und beschreibt mit diesen damals noch unverfänglichen Worten dessen Erfolg. Dieses kleine Juwel, das sich im Besitz von Stephan Zimmermann befindet, wurde vor 110 Jahren in der Königlichen Universitätsdruckerei Stürtz in Würzburg gedruckt, auf ausgesprochen dünnem, fast büttenartigem...

Wilhelm Kühn – Polizeidiener in Eisenbach

Wilhelm Kühn war der Sohn der Eheleute Jeremias Kühn und Anna Kühn geb. Dorn und ist 1864 in Eisenbach geboren. Er war der einzige Sohn unter neun Geschwistern. Nach Abschluss der Volksschule in Eisenbach erlernte er das Schreinerhandwerk und legte mit gutem Erfolg die Gesellen- und Meisterprüfung ab. Als Schreinermeister bildete er in seinem Betrieb Lehrlinge aus, unter anderem auch seinen Sohn Karl, der nach dem Tode seines Vaters den elterlichen Betrieb übernahm. Polizeidiener Wilhelm Kühn

Eisenbach interaktiv – zwischen einst und jetzt

Der Platz am Clemens-Langenhof-Brunnen mit der alten Linde. Mühlstraße, links geht es heute in die Wiesenstraße. Französische Kriegsgefangene 1915 in der Mühlstraße/Ecke Grabenstraße. Und die gleiche Stelle 104 Jahre später... Die Kirchstraße direkt gegenüber der Kirche. Die Kirchstraße an der Ecke Bergstraße. Auf dem s/w-Foto ganz rechts ist die alte Schule zu sehen. Zwischen Schulweg und Taunusblick, der in den 50er Jahren erst teilweise bebaut war. Feldstraße/Ecke Grabenstraße An der Heth - Blick auf Eisenbach aus nordwestlicher Richtung. Die untere Bachstraße. Einmal mit und einmal ohne Bach.

Wie der Zöller Hannes Eisenbach vor einer Razzia rettete

Eine der markantesten Persönlichkeiten in unserer Nachkriegszeit war der Zöller Hannes. Mit ihm ging nicht nur die Uralte Tradition des Ausschellers zu Ende, mit ihm ist auch eine dörfliche Autorität in die Geschichte eingegangen Mit seiner dienstlichen Kennmarke, der hessischen Polizeimütze, war er für alle, besonders für die Jugend, eine Respektsperson die ernst genommen wurde. Aber nicht nur durch Ausschellen und die Tätigkeit als direkte Verbindung von Menschen zur Verwaltung war er so wertvoll für die Gemeinde, er...

Biese Oram: „Du heiratest nach Erbach!“

Adam Bös, auf eisenbacherisch: Biese Oram, war ein energischer Mann. Er war, wie mein Großvater Heinrich auch, Gastwirt, Bäcker und Ackersmann, wie es damals hieß. Seine Energie bekamen vor allem seine Kinder zu spüren. Nicht das diese besonderen Aufmunterungen bedurft hätten. Die besondere Energie ihres Vaters bekamen sie besonders dann zu spüren, wenn sie ins heiratsfähige Alter kamen. Dann rüstete sich Biese Oram für einen Fußmarsch über Land, wie es damals hieß. Dann...

Eisenbach Helau!

Fassenacht in Eisenbach. In den Fünfziger und Sechsziger Jahren gehörten große Umzüge dazu. Die folgenden Bilder zeigen größtenteils eine Auswahl aus dieser Zeit. Ein Teil der Bilder stammt von den Umzügen 1954 und 1956. Sie wurden u.a. vom früheren Camberger Fotostudio Willi Schmidt (heute Fotostudio Marlies) aufgenommen und „Eisenbach - Einst und Jetzt“ zur Verfügung gestellt.
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Das Eisenbacher Lied in einer neuen, rockigen Version

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=rZSULpPlhG8] Interpret: TUSK Musik: Josef Ost Video: Frank Noll  

Volles Haus bei der Präsentation der „Karte der Gerechtigkeit“

Im vollbesetzten Raum der Altenbegegnungsstätte im Alten Rathaus in Eisenbach konnte Willi Zimmermann rund 60 interessierte Bürger, Ehrengäste und Medienvertreter begrüßen. Bevor er zur Geschichte und den Hintergründen zur Entstehung der Karte referierte, bedankte er sich bei Cilly Schorr und Martina Wagner für die Transkription des in handschriftlicher Sütterlin-Schrift verfassten Original-Textes auf der Karte. Willi Zimmermann erläuterte, warum es zur damaligen Zeit zu den Streitigkeiten zwischen den Bewohnern von Münster und Eisenbach gekommen ist und wie er mit Hilfe dieser...

Wie eine Eisenbacher Familie 1923 nach Chicago auswanderte

Hohe Arbeitslosigkeit und Wirtschaftskrisen haben viele Menschen in der Zeit der Weimarer Republik veranlasst, ihr Glück in Amerika zu suchen. Wie groß die Not war, zeigte sich im November 1923, als in Camberg bei einer Demonstration gegen die allgemeine Teuerung die Arbeitslosen "von Erbach, Oberselters, einige von Niederselters und von fast ganz Eisenbach" teilnahmen. Es wurden Schilder getragen mit der Aufschrift "Nieder mit dem Wucher!", "Hängt die Schieber!" oder "Gebt uns Arbeit und Brot!". In den Chicago war es die...

Erinnerungen an meine Jugendzeit (1945 bis ca. 1960)

Als 1945 endlich der 2. Weltkrieg zu Ende war, kehrte auch in Eisenbach das normale Leben wieder langsam zurück. Am 2. Weihnachtstag 1945 war dann der erste Ball im Saal von Berninger (Schumasters). Die Musik machte Adam Ost und Anton Jost. (Schlagzeug und Bandoneon) als im folgenden Jahr die Fastnacht anfing, wurde wieder bei Berningers getanzt. Diesmal spielten wir zu dritt, denn ich durfte auch schon mit der Klarinette mitspielen. Ich war ja auch schon fast 15 Jahre alt. Eine...

Wie ein 7-Jähriger 1945 den Beschuss auf Eisenbach erlebte

29. März 1945, Gründonnerstag Wir wohnen in der Hindenburgstraße 8 (heute Grabenstraße). Mein Bruder Josef wird heute 10 Jahre alt und die Schule fällt heute aus. 08:00 Uhr   Frühstück in gedrückter Stimmung. Die Notvorsorge ist vorbereitet, um mit Handgepäck unser Haus zu verlassen. Gespräche mit unseren hilfsbereiten guten Nachbarn führten zu der Einsicht, in der Not zusammen zu rücken (massiver Keller). 09:00 Uhr Die ersten Schüsse fallen, wir verlassen fluchtartig unser Haus über die Straße zu Familie Franz Zimmermann, Hausnummer 7. 11:00 Uhr     Der Beschuss von...

Die Wüstungen Frondorf und Wilhelmshain und der Hof Hausen

Der größte Teil der heutigen Gemarkung Eisenbach, die Fluren der beiden Wüstungen Frondorf und Wilhelmshain und von Hofhausen, gehörten nicht zur Gemeinschaft Eisenbach. Er stand unter anderer Landeshoheit. Dieser Bereich war bei der Teilung der Grafschaft Diez in der Hand der Grafen von Diez geblieben. Nach dem Tod des Grafen Gerhard von Diez (+ 1386) und seines Schwiegersohnes Graf Adolf von Nassau-Diez (+ 1420) teilte er die Geschicke der Grafschaft Diez und von Amt und Gericht Camberg unter mehreren...

Tod in der Mühle

Kurz nach der Jahrhundertwende, um die Zeit zwischen 1900 und 1910, wurde die Silber- und Bleimine „Vereinigung“, die in Eisenbach in Richtung Hof Hausen liegt aufgelassen, das heißt stillgelegt. Die Mine wurde nicht mehr weiter betrieben. Wegen den ständigen Wassereinbrüchen, die die Schürfarbeiten sehr erschwerten, mussten die Arbeiten oft tagelang unterbrochen werden. Hatte man einen Wassereinbruch abgedichtet oder umgeleitet, erfolgte an einer anderen Stelle ein neuer Bruch. Das verteuerte die Arbeit so sehr, dass man sich entschloss, die Grube...

De Noalschmidt

Einer der Vorfahren des Franz Grimm war Nagelschmied in der Bachstraße in Eisenbach (Stoofels Häusje) gewesen. Der Franz hörte, wenn er hörte, gerne auf diesen Namen. Außerdem war er in den Wintermonaten als Hausschlachter unterwegs. Bei der zum Teil nasskalten Tätigkeit musste man öfter Dawerner nachschütten. Denn „Treu wird kaa Sau sauwer!“ Was zu beweisen wäre. Bei Bromeadams Anton war eine fette Sau zu schlachten. Das heiße Wasser stand bereit, der Anton auch, um die Sau zu greifen. Blitzschnell gingen...

Das Kriegsende in Eisenbach

Ich bin am 14. März 1936 geboren. Wenige Wochen nach meinem 9. Geburtagstag erhielt ich mein vielleicht schönstes Geschenk, das Ende der furchtbaren Krieges. Doch zuvor erlebten wir noch Tage voller Angst. Jeder wusste, dass der Krieg verloren war, die Meisten sehnten auch das Ende herbei. SS-Soldaten glaubten das noch nicht so ganz und leisteten zum Nachteil der Eisenbacher Bevölkerung Widerstand gegen amerikanische Truppen, die an der Autobahn oberhalb von Niederselters lagen und Eisenbach ob der Gegenwehr beschossen. Gottseidank setzte...

Der Lückerjohann oder: Wie die Ortsschelle stumm blieb

Dort, wo in alter Zeit eine Lücke im Zaun die freie Durchfahrt aus dem Dorf ins freie Feld ermöglichte, hat er gewohnt. Der Lückerjohann, genannt die Lück. Durch eine Armverletzung leicht behindert, blieb er dennoch nie müßig, denn er trat in Gemeindedienste. Pünktliche Botengänge waren sein Bestreben. Mit der Zeit wuchs aber sein Aufgabenbereich: Er wurde Nachtwächter! In der Nacht also wachte er über Eisenbach. Nicht mehr mit Eisenhelm und Hellebarde, wie wir die Mittelalterlichen Bilder kennen. Sein Wahrzeichen war das Horn und...

Dorothea Brück, genannt das Wahner Dortche (1874-1948)

Klein und zierlich war sie ja, das Wahner Dortche. Sie war als Kind lange krank, ist deshalb nicht immer gewachsen. Auch hatte sie schon als Kleinkind Probleme mit ihren Augen, daher schielte sie ein wenig. Aus ihrem Elternhaus in der Bachstraße kam sie auch fast nie heraus. Aber trotz dieser Gebrechen war das Wahner Dortche meistens ein fröhliches Kind. Von ihrer Mutter hatte sie die Eigenschaft übernommen, lieber etwas zu spät als zu früh zu kommen. Dieses Zuspätkommen war...

Was war wo einst in Eisenbach?

Früher hatte Eisenbach weniger Einwohner, aber mehr Kneipen. Es gab weder unzählige Fernsehprogramme und schon gar kein Internet. Beliebte Treffpunkte waren die Stammtische in den Gaststätten im Ort. Und auch Supermarktketten suchte man vergebens. Viele kleine, sogenannte Tante-Emma-Läden versorgten die Bürger mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. Und das direkt um die Ecke. Das war auch notwendig, denn die wenigsten Menschen hatten damals ein Auto. Fahrrad oder Moped waren die üblichen Fortbewegungsmittel. Wieviele Gaststätten oder Geschäfte gab es früher...

Wie die fünf Eisenbacher Zivilisten am 29.3.45 ums Leben kamen

Zu den Ereignissen sind folgende Zeugnisse mündlich überliefert worden, die nicht im Heimatbuch von 1984 enthalten sind. Erzählt von Nachfahren der Zeitzeugen, die die Gruppe Einst und Jetzt für die Nachwelt als Zeugnisse bewahren möchte. Den Opfern zum Gedenken, den Lebenden zur Mahnung und Erinnerung. Wilhelm Becker ging mit seinen Angehörigen schutzsuchend in den Keller seines Hauses. Kurz zuvor hatten seine Nachbarn gefragt, ob sie ebenfalls in seinen Keller durften. Dies hatte er bejaht. Da die Nachbarn aber nicht direkt...

Bildergalerien

Eisenbach in Bildern. So war es früher. Mit vielen nachkolorierten Fotos.

Der Angriff – aus Sicht der Zeitzeugen

Drei Zeitzeugen berichten aus ihrer jeweiligen Perspektive von diesem für unsere Gemeinde dramatischen Tag, der in Eisenbach fünf zivile Todesopfer forderte. Willi Köhler, der spätere Bürgermeister von Eisenbach: „Amerikanische Infanterie kommt über die Höhe Wäldchen-Steinbruch von Niederselters her. Ein versprengter Maschinengewehrzug der Waffen-SS hat sich auf dem Weinberg eingegraben und nimmt die herankommenden Amerikaner unter Feuer. Die amerikanischen Soldaten ziehen sich zurückund gegen 11 Uhr belegen sie mit schweren Panzerwaffen und Granatwerfern das Dorf. Die SS-Leute verlassen ihre Stellungen durch den Hauserwald in...

Die Eisenbacher Kerb

Seit dem 9. Jahrhundert wurde allgemein der Jahrestag der Kirchweihe - der Kerb - auch ein weltliches Fest. Die Kirchweih hatte Jahrmärkte an sich gezogen, dazu Schaustellungen fahrender Leute und volkstümliche Vergnügen. Als Termin wurde der Herbst bevorzugt, so dass die Kerb oft mit dem Erntedankfest zusammenfiel. Ab dem frühen 16. Jahrhundert wurde allgemein zu Beginn des Festes der Kirchweihfriede durch die Territorialherrschaft ausgerufen, zu dessen Einhaltung, zum Kirchweihschutz, eigene Wächter bestellt waren. Zugleich wurde die Kirchweihfahne aufgezogen, und...

Das dörfliche Leben um die Jahrhundertwende und später

Die allgemeine Entwicklung in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts vom Agrar- zum Industriestaat ging in unserer Heimatgemeinde langsam voran. Die Landwirtschaft war bis zum Zweiten Weltkrieg für die meisten Einwohner ein entscheidender Faktor. Von den ca. 400 Haushalten waren nur ca. 40 vollbäuerliche Betriebe, aber fast jeder Haushalt bebaute einige Äcker, um den Lebensunterhalt zu sichern. In der Zeit der großen Arbeitslosigkeit von 1929 bis 1934 war diese Selbstversorgung für alle Einwohner eine enorme Hilfe. Die Nichtlandwirte, der überwiegende Teil...

Die Legende von den brennenden Schwänen

Vor mehr als 400 Jahren war es, noch ehe der schreckliche Dreißigjährige Krieg unsere Heimat verwüstete. Da saßen an einem dämmrigen Herbstabend eine Gruppe „Haare" (Zigeuner) da, wo damals der Häuser Bach vor seiner Einmündung in den Eisenbach ansehnliche, schilfumrandete Tümpel bildete. Die Flasche kreiste. Spott- und Witzworte flogen hin und her, man wartete auf die Weiber, die im nahen Eisenbach auf Bettelfahrt waren. Da zog ein unheimliches Rauschen in der Luft die Aufmerksamkeit der Männer auf sich. In pfeilgerade...

Schule anno 1800

Während der Jahre von 1629 bis 1829 waren die äußeren Schulbedingungen dieselben geblieben. Die obere Schule (5. bis 8. Schuljahr) zählte 1829 84 Kinder, die untere Schule (1. bis 4. Schuljahr) hatte 105 Kinder. Zur Unterrichtung standen 1 Lehrer und 1 Lehrgehilfe den Kindern zur Verfügung. Im wöchentlichen Wechsel wurde die untere Schulklasse vormittags und die obere Schulklasse nachmittags unterrichtet. Die alte Schule bestand aus einem Klassenraum. Über dieses Gebäude, das Klassenzimmer, die Lehrgegenstände, Lehrmittel und über den Schulbesuch zur...

Als Eisenbach fast ein Stadtteil Cambergs wurde

Der Hessische Ministerpräsident hatte bereits in seiner Regierungserklärung vom 18.1.1967 auf die Notwendigkeit umfassender Reformen auf der Ebene der Gemeinden hingewiesen. In den folgenden Jahren wurden alle Gemeinden in Hessen auf ihre zentralörtliche Bedeutung hin untersucht, damit also die Voraussetzungen für die Reform geschaffen. Ende 1969 gab es in Hessen noch 2.643 Gemeinden. Davon hatten nur 153 mehr als 5.000 Einwohner. Die Gemeinde Eisenbach zählte mit ihren 1.919 Einwohnern (Stand 31.12.1969) zu den 431 Gemeinden zwischen 1.000 und 2.000 Einwohnern....

„Der Tod steht vor der Volksschultür“

Was sich liest wie der Titel eines Kriminalromans, war die Überschrift im „Nassauer Boten“ zu einem Bericht über den unzureichenden Pausenhof - die Hauptstraße - der alten Volksschule, dort, wo sich heute eine Bäckerei und und Postagentur befindet. Rudi Otto schrieb im Heimatbuch zur 750-Jahr-Feier folgendes: Allmählich normalisierte sich der Schulbetrieb in den Jahren 1950 bis 1953, und die Hauptbestrebungen liefen darauf hin, dass die äußeren Schulbedingungen verbessert werden sollten. Sowohl das Eisenbacher Schulgebäude, als auch die Schuleinrichtungen ließen sehr zu...

Vor 120 Jahren wurde die Eisenbacher Kirche gebaut

Man kann es heutzutage kaum glauben, aber die Eisenbacher Kirche wurde tatsächlich in nur etwas mehr als einem Jahr errichtet. Davon kann man in Berlin nur träumen. Vielleicht hätten Eisenbacher den Berliner Flughafen bauen sollen... Als Clemens Langenhof am 27. November 1884 als Kaplan nach Eisenbach kam, muß er sehr bald die Misere mit dem vorhandenen Gotteshaus erkannt und zielstrebig auf den Bau einer neuen Kirche hingearbeitet haben. Am meisten muß ihn neben anderem...

Der legendäre Pfarrer Clemens Langenhof

Clemens Langenhof wurde am l. Oktober 1886 Pfarrer in Eisenbach. Geboren am 23.10.1840 in Dingden, südlich der heutigen Industriestadt Bocholt im westlichen Münsterland, besuchte er das Gymnasium in Coesfeld mit Abitur 1864, studierte vom Herbst 1864 bis 1867 an der Akademie in Münster Theologie und Philosophie und trat 1868 in das Priesterseminar in Limburg ein. Priesterweihe am 6. Februar 1869. Am 7. März 1869 wurde er Kaplan in Münster/Krs. Höchst (Ffm.) mit den Filialen Kelkheim und Hornau,...

1660: Die Ermordung des Eisenbacher Schultheißen Peter Bullmann

Am 20. Januar 1660 wurde der gemeinherrische Schultheiß von Eisenbach, Peter Bullmann, auf offener Straße im Dorf von dem „Churfürstlich Trierischen Land Einspenniger" Ludwig Best aus Niederselters erschossen. Der Täter flüchtete nach dem Mord. Die Akten über die der Tat folgende Untersuchung sind teilweise erhalten', so daß sich die Vorgänge, die sich dabei abspielten, recht gut rekonstruieren lassen. Das Protokoll wurde durch den Kaiserlichen Notar und Limburger Gerichtsschreiber Jakob Schupp aufgenommen.

Bislang einziges Foto des US-Angriffs 1945 auf Eisenbach entdeckt

Gründonnerstag 1945: US-amerikanische Soldaten in Deckung liegend in der Nähe der Autobahn zwischen Niederselters und Dauborn, etwa in Höhe der heutigen Autocross-Strecke. Sie beobachten eine Detonation in Eisenbach, vermutlich im Bereich „Auf der Grub“. Dies ist das einzig bekannte Foto des Beschusses, bei dem fünf Eisenbacher Zivilisten ums Leben kamen, und hier erstmals zu sehen. (Foto: Charles A. Sullivan - von uns nachkoloriert)

Wir über uns

Wer oder was ist "Eisenbach - Einst und Jetzt" ? Wir sind ein loser Zusammenschluss von Frauen und Männern aus Eisenbach, die sich das Ziel gesetzt haben, Geschichte und Geschichten aus Eisenbach zu bewahren und auch jüngeren und künftigen Generationen zugänglich zu machen. Bislang sind solche Informationen über Eisenbach, zu denen nicht zuletzt auch Fotos gehören, eher selten im Internet zu finden. Wir starten diese Website zunächst mit einigen Basisinformationen und kuriosen oder zumindest beachtenswerten Geschichten. Der Inhalt soll sukzessvie wachsen, je...

Eisenbacher Heimatbuch als Gratis-eBook

1984 beging Eisenbach seine 750-Jahrfeier. Aus diesem Anlass formierte sich ein Festausschuss aus dem wiederum ein Arbeitskreis gebildet wurde, der den Auftrag hatte, ein „Eisenbacher Heimatbuch" zu verfassen. Es ist das bislang in dieser Form einzige Buch, das die Geschichte Eisenbachs beschreibt. Wir freuen uns, dass wir dieses "Standardwerk" nun in der digitalen Fassung kostenlos zur Verfügung stellen können. Wer als "Neu"-Eisenbacher oder -Eisenbacherin noch ein gedrucktes Exemplar ergattern möchte, kann bei der Gemeindeverwaltung eines der wenigen Rest-Exemplare erwerben.